Ich habe mich schon als Kind sehr viel mit Hunden beschäftigt und Hundetrainer war schon damals mein Traumberuf. Aber leider war und ist Hundetrainer kein stattlich anerkannter Ausbildungsberuf, genauso wenig wie Tiertherapeut, Hundepsychologe oder Kyno- Pädagoge usw. 

Deshalb habe ich erst mal eine andere Ausbildung gemacht.

Das ich doch noch Hundetrainerin geworden bin, lag an Jerry Lee. 

Meinen ersten eigenen Hund bekam ich 1977 und zwar eine 4 Mon. alte DSH-Terrier-Mix- Hündin aus dem Tierheim. Tessy war ein Schatz und einfach zu erziehen. Vielleicht auch deshalb, weil sie von Anfang an damit beschäftigt war auf meine kleine Tochter aufzupassen. Sie hatte sich selber eine Aufgabe gesucht. Außerdem war man damals auch noch nicht so kleinlich, wenn ein Hund mal nicht sofort gehorchte. Hunde durften sich eben noch wie Hunde benehmen.  

Als 1990 mein Husky-DSH Rüde zur Familie kam, wurde mir sehr schnell klar, das mir doch eine Menge Erfahrung fehlt. Also suchte ich Hilfe auf Hundeplätzen und in Hundeschulen. Der Kommentar von den Ausbildern war immer der gleiche: „ Huskys und Husky-Mischlinge kann man nur mit viel Druck und Gewalt (also Stachelhalsband und ähnlichem) oder überhaupt nicht erziehen. Und frei laufen lassen können Sie  den sowieso nicht, dann geht der jagen. Und außerdem ist der sehr dominant.“
Ich wollte aber keinen unnötigen Druck und schon gar keine Gewalt anwenden, also habe ich versucht diesen Hund, unter Mithilfe meiner inzwischen 13
½ - jährigen Hündin, alleine zu erziehen. Das war aber gar nicht so nicht einfach. 
Oft war ich ganz schön verzweifelt, vor allen als meine Hündin im Alter von 14 ¾  Jahren starb und meine Tochter und ich auf einmal mit einem aufmüpfigen Jungrüden alleine waren.
Er wollte immer wieder wissen wo sein Platz in unserem Rudel war. Immer wieder stellte er meine Rolle in Frage.  Aber leider war keine fachkundige Hilfe zu bekommen. Im Gegenteil. Als ich dann auch noch Agility mit Jerry Lee machen wollte, wurde ich von mehreren Trainern einfach ausgelacht.

Ich musste mich also selber über Hundeverhaltensweisen usw. informieren. Das war unheimlich zeitaufwendig und auch sehr teuer. Eine gute Hundeschule hätte mir und Jerry Lee bestimmt auch so manchen Irrtum erspart. 

Mein angeblich nicht zu erziehender Hund ist fast 16 Jahre alt geworden und hat im Laufe seines Lebens fünf Begleithundprüfungen gelaufen                                                 und ist bei über 100 Agilityturnieren gestartet. Meist sehr erfolgreich. Aber auf jeden Fall aber immer mit sehr viel Spaß.

Ich habe durch Jerry Lee und auch meine anderen Hunde unglaublich viel über Hundeverhalten gelernt und lerne es auch heute noch.
Jeder neue Hund, der im Laufe der Jahre zu uns kam, wurde von Jerry Lee mit erzogen, was mir die Arbeit sehr erleichterte. Er hat mir immer wieder durch sein Verhalten, auch gegenüber anderen Hunden bestätigt, dass man Hunde auch ohne Gewalt erziehen kann.
 

Ich bin jetzt seit 1991 Hundetrainerin, erst unter kompetenter Anleitung in verschiedenen Hundevereinen, später als geprüfte Ausbildungswartin und seit vielen Jahre führe ich hauptberuflich meine Hundeschule.

Hier habe ich sehr viel mit Problemhunden, vor allen Dingen aus dem In- und Ausländischem Tierschutz zu tun. Um auch diesen Hunden helfen zu können, habe ich noch eine Ausbildung zur Tiertherapeutin gemacht und besuche auch weiter regelmäßig Fortbildungsseminare.


Hundetrainer ist meiner Ansicht nach ein Beruf  bei dem Fachwissen in Theorie und vor allem Dingen in der Praxis  an erster Stelle stehen sollte.

Hundeerziehung bedeutet für mich, dass man sich das Ausdrucksverhalten des Hundes, seine Körpersprache und seine natürlichen und auch Rassebedingten Verhaltensweisen bei der Ausbildung zu nutze macht. Das Ziel einer Ausbildung sollte ein durch einen verständnis- und vertrauensvoller Umgang, gut erzogener Hund sein.

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