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Lillie
- Husky- Mix geb. März 1998
2 Begleithundprüfungen Kam im Alter von ca. 3 Mon. in Spanien in ein Tierheim von deutschen Tierschützern. Leider werden in diesem Tierheim aus Platzgründen die Hunde sehr beengt gehalten. Das wieder führt zu großem Stress unter den Tieren und deshalb auch zu starken Mobbing untereinander. Gerade die jüngeren Tiere sind davon betroffen. Sie versuchen zwar immer wieder Beschwichtigungsgesten einzusetzen, aber durch den Stress werden diese Gesten oft von den anderen Hunden nicht anerkannt. Als Lillie hier nach Solingen ins Tierheim kam, war sie schon fast 2 Jahre alt und stark verhaltensgestört. Da wurde sie, auf Grund ihrer starken Angstaggression, sehr schnell als schwer vermittelbar eingestuft. Zweimal war sie kurze Zeit vermittelt, aber sie kam wieder zurück ins Tierheim, keiner hatte Interesse an so einem Hund. Im Nov. 99 hatte ich beschlossen, einen Hund zu nehmen den keiner wollte und so kam Lillie zu uns. Jetzt hatte ich mich auf was eingelassen. |
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Lillie war nicht in der Lage sich ohne Aggression mit anderen Hunden
zu verständigen und Menschen gegenüber war sie extrem misstrauisch,
sofort bereit zu zupacken. Sie war selbst für mich eine wirkliche
Herausforderung. Zu Hause genauso wie draußen. Die Spaziergänge
waren unglaublich stressig. Sie lief zwar sehr schnell ohne Leine
mit, aber man musste immer das Umfeld im Auge haben. Sie hatte kaum
Jagdtrieb, aber sie fand alles was essbar aussah. Außerdem war sie
immer sofort in Verteidigungsbereitschaft. Jeder fremde Mensch,
jeder fremde Hund wurde als Gefahr gesehen. Egal ob Lillie an der
Leine oder ohne war. Zudem wir waren immer schon vom Weiten zu
hören, denn 80 % des Spaziergangs bellte Lillie. Einfach um den
Stress zu bewältigen, sie hatte ja nie etwas anders als Tierheim
kennen gelernt. Keiner wollte mit uns spazieren gehen. Ich glaube
sogar meine Rüden wären lieber zu Hause geblieben, als mit Lillie
raus zu gehen. Zu Hause war sie genauso nervig. Sie konnte nicht mal
kurz still liegen bleiben, wenn ich z. B. telefonierte bellte sie
ununterbrochen oder ärgerte die anderen, bis die bellten um sie los
zu werden. Außerdem wollte sie immer nur im Mittelpunkt stehen. Und
wenn sie sich bedroht fühlte, egal durch was, packte sie zu. Jede
Kleinigkeit brachte sie wieder aus dem Konzept. Besucher empfangen
war Stress pur. Die Kommentare von Freunden, anderen Hundehaltern
und Nachbarn möchte ich jetzt nicht auflisten. Zudem hatte Lillie in
den Tierheimen die Hundesprache komplett verlernt und musste sie
erst wieder lernen. Spielen mit unseren andern Hunden konnte sie
nicht, alles wurde als Angriff angesehen. Meine Hunde wurden so oft
von ihr angegriffen, das sie ihr schon nicht mehr zu nah kamen.
Nachdem sie sich aber dann mehrmals Jerry Lee und Mike gepackt hatte
und sie auch verletzt hatte, platzte denen der Kragen und sie bekam
die Retourkutsche. Es ist ihr zwar nicht viel passiert, aber danach
wurde Lillie vorsichtiger. Sie zickte zwar immer noch, aber auf
Abstand. Jetzt versuchte sie aber ihre Position im Rudel auszubauen. Und da fing sie natürlich nicht bei den untern Dienstgraden an. Nein, sie fing gleich oben bei mir an. ( "Typisch Lillie, die hält sich nicht mit Kleinigkeiten auf" war der Kommentar meiner Tochter. ) Lillie versuchte mich von meinen Posten als Chef zu vertreiben. Zum Glück bin ich erfahren genug, um das sehr schnell zu merken. Da ich vor allen Dingen von Jerry Lee gelernt hatte, das man seinen Posten am besten mit kleinen Machtdemos verteidigt, begann ich wieder sie komplett aus der Hand zu füttern. Für jeden Futterbrocken musste sie arbeiten. Jedes unterwürfige Verhalten wurde belohnt. Ich habe schon oft heimlich lachen müssen, wenn ich sah, das diese extrem clevere Hündin wieder versuchte mich auszutricksen. Sich bewusst unterwürfig zeigen, um Leckerchen einzuheimsen war ihr bestes Spiel. Aber jetzt konnte ich auch zeigen was ich im Laufe der Jahre über Hunde gelernt hatte. Viele Provokationen von Lillie habe ich einfach ignoriert, ich wollte nicht immer Konflikte mit ihr. Außerdem sah ich, das ich damit einfach weiter kam. Ich verhielt mich einfach so, wie sich meine Hunde meistens ihr gegenüber verhielten. Meine Hunde, die Hunde meiner Tochter und die von Freunden hatten aber auch wirklich eine Engelsgeduld mit dieser "Spinnerin." Ganz langsam geschah das, was selbst ich nicht für möglich gehalten hatte. Lillie begriff, das sie nicht mehr kämpfen musste um zu überleben. Sie fing an zu spielen und zu lernen. Die Hundesprache kann sie jetzt so klar, das es erstaunlich ist. Ihr Sozialverhalten ist super, sie spielt sogar wieder gerne mit andern Hunden. Und Menschen egal ob Frauen, Männer oder Kinder findet sie toll. Sie liebt es gestreichelt zu werden und sogar den Tierarzt mag sie. Bei diesem Hund hat sich wieder Mal gezeigt, das man viel Geduld braucht und nicht gleich aufgeben darf. Im Training mit anderen Hunden zeigt Lillie immer wieder, das ich ihr voll vertrauen kann. Ich habe oft mit sehr aggressiven Hunden zutun und hier zeigt Lillie ihr Talent. Sie kann sofort einschätzen ob dieser Hund nur Schau macht oder nicht. Sie reagiert immer richtig. Wenn sie meint der andere Hund wäre eine Bedrohung für sie oder mich, drängt sie mich weg oder stellt sich dazwischen. Ohne sie wäre manches Training für mich viel gefährlicher. Sie hat mich mit ihrem schnellen Eingreifen schon vor so mancher Bissverletzung bewahrt. Für mich ist sie eine große Hilfe bei der Therapie von Problemhunden. Manchmal wird sie zwar noch etwas zickig, aber auch das bekomme ich immer wieder sehr schnell in den Griff. Im Moment erzieht sie unsere neue Hündin, Lotti. Und das mit einer Engelsgeduld. 24.08.2005 Ja, auch Lillie`s Rolle hat sich geändert. Sie versucht mich und Mike zu unterstützen. Sie ist sehr viel ruhiger geworden. Gelegentliches Zicken ist zwar noch da, aber damit kann ich leben. Sie liegt oft sehr nah bei Jerry Lee, als wenn Sie ihm Geborgenheit geben möchte. Ich hätte 1999 nie gedacht, dass sie sich so toll entwickeln würde.
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| Lillie und Lottie | |