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Aktuell:
Update vom 15.12.2006 auf der Seite
http://www.finikas.de/wurstsalat4.html
Aktuell:
Update vom 15.10.2006
Gerade erst hatte ich das
Infotelefon aufgelegt - ein Urlauber
hatte einen Hund mit einem
gebrochenen Bein am Straßenrand
entdeckt - als folgendes e-Mail
eintraf:
(...)
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir benoetigen dringend Ihre Hilfe.
Wir befinden uns im Urlaub auf Kreta
(naehe Hersonissou) und haben am
09.09.06 sieben Hundewelpen
gefunden. Diese waren gerade erst
geboren (ein Welpe hatte noch die
Plazenta? anhaengend). Wir haben die
Welpen zu uns genommen und versorgen
sie mit Welpenmilch.
(...)
Die wenige Stunden alten Welpen
hatte sie im Mülleimer gefunden.
Glücklicherweise hatten sie eine
Telefonnummer vom Hotel angegeben
und ich rief direkt zurück. Das
schmatzende Geräusch im Hintergrund
war unverkennbar. Sie hatten keine
Minute gezögert und sich sofort um
die Welpen gekümmert, Hut ab!
Für sie hieß es jetzt, sieben
hungrige, muttilose Welpenmäuler
versorgen und wer diesen Job schon
mal übernommen hat, weiß, was das
bedeutet! Für Familie Zander war der
Urlaub dann wohl fürs Erste
gelaufen...

Der nächste Anruf ging an die
Tierärztin des Fördervereins auf
Kreta, Julia, die sich gerade der
Sache des Hundes mit dem gebrochenen
Bein angenommen hatte.
"Geht klar, ich kümmere mich
drum, ich hol die Pupser ab - wollte
immer schon mal wieder die Amme
spielen...;-)" - naja, ich hatte
keine andere Antwort erwartet und
stellte den Kontakt ins Hotel her.
Julia kümmert sich jetzt seit
fast zwei Jahren um die Tiere in den
Tierschutzeinrichtungen unserer
Tierschutzpartner. Jetzt, wo am
Saisonende die Schlagzahl der
verletzt aufgefundenen Tiere und
Welpen steigt, haben sie und ihr
Helfer, Schwester Raimund alle Hände
voll zu tun.
Der nächste Anruf ging an - na,
an wen wohl? Richtig: Regina Schmid.
Sie hat, wie kaum eine andere, einen
super Draht zu allen möglichen
Tierschützern auf Kreta. Die
Aufgabe: eine Amme finden und zwar
eine auf vier Beinen.
Regina übernahm Kreta und ich den
Rest von Griechenland. Wir tingelten
alles ab und fragten, ob nicht
irgendjemand eine (Mutter-)Hündin
ohne Welpen für uns hätte.
Gleichzeitig holte Julia die
Welpen ab und brachte sie nach
Plakias zu Brigitte, Marita und
Jürgen, die sofort alles stehen und
liegen ließen und Platz für die
Kleinen machten.

Die Welpen überstanden den
Transport problemlos und kurze Zeit
später versammelte sich die
Tierschutzmannschaft der Region zur
gemeinsamen Welpenfütterung...

Telefonieren mit denen war jetzt
schwierig, denn entweder hatten sie
gerade einen Welpen in der Hand oder
bereiteten gerade Milch. Immer, wenn
der eine gerade satt war, fing der
nächste an zu japsen. Bei so kleinen
Welpen bleibt es nicht nur beim
Füttern, nein, der Job ist noch viel
umfangreicher: Bauchmassage,
Säuberung, Atemwegskontrolle,
Gewichtskontrolle, ständiger
Flüssigkeits-Zustands-Check, und und
und. Der Job einer Ersatz-Hundemutti
ist ein harter Job!

Die Ammensuche brachte ein erstes
Ergebnis. Aus Nordgriechenland kam
ein "Angebot" für eine trächtige
Schäferhündin, bei der nur ein Welpe
überlebt hatte, aber Mist, die war
angstaggressiv...! Fehlanzeige,
schade!

Zwischendrin eine supergute
Nachricht: gerade mal einen Tag
hatte es gedauert und der Hund mit
dem gebrochenen Bein, der uns über
das Infotelefon von einem Urlauber
gemeldet wurde, war schon auf dem
Weg nach Nürnberg zu Dr. Dlouhy in
die Tierklinik. Angefangen bei der
Erstversorgung durch Julia hat das
Zusammenspiel aller Beteiligten, wie
z. B. die Organisation der Abholung
in Deutschland oder die Organisation
der Flugpatenschaft wieder einmal
perfekt geklappt!


Aber zurück zu den Welpen, Regina
hatte Glück bei der Ammensuche!
Allerdings mit einem sehr tragischen
Hintergrund. Die trächtige Hündin,
die jetzt die Ersatzmutti für die
Kleinen spielen sollte, hatte alle
ihre Welpen verloren. Sie wurden
eingeschläfert von dem Besitzer, dem
man aber in Anbetracht der vielen
anderen, in Mülltonnen qualvoll
verendenden Hundenachkommen dafür
noch dankbar sein muss...
Trotzdem wurde uns dabei ganz
schlecht. Was ist das bloß für ein
Land, wo Tierschützer als Verbrecher
abgestempelt werden und anderswo das
Tierschutzgesetz an jeder Ecke mit
Füßen getreten wird?
Und wieder ein paar Stunden
später liegen die Welpen an den
Zitzen der Ersatzmutti.

Happy End?
Leider noch nicht, denn es gibt
jetzt noch einige Fragezeichen, aber
wir hoffen alle, dass die Kleinen
durchkommen. Wieso die Situation für
die Welpen immer noch schwierig ist,
erklärt jetzt Julia, die die ganze
Geschicht noch einmal aus ihrer
Sicht schildert:
"Da ist er wieder, der Grund, aus
dem uns die Kastrationen hier auf
Kreta so am Herzen liegen.
Ist es erst einmal auf der
Welt, das Ergebnis aus Treffen von
unkastrierter Hündin und
unkastriertem Rüden, ist im Zweifel
das Dilemma auch gleich da.
?Immer schon so gehandhabt�,
landen Welpen wurfweise in
Müllcontainern � meist lebend. Daher
schreiend. Und so kommt es, dass
regelmässig aufmerksam über die
Insel schreitende Menschen im
Vorbeigehen sich wundern, den Deckel
öffnen � und dann ein Problem haben.
Denn wer ein Herz hat, kann
den Deckel kaum einfach wieder zu
klappen. Also nehmen sie sie erst
einmal mit, aber oft sind die Finder
Urlauber, die früher oder später
heimreisen müssen?
und dann kommt der
Förderverein Arche Noah Kreta e.V.
ins Spiel. Aber auch der Verein wird
durch diese � natürlich am liebsten
stossweise auftretenden � Funde oft
auf harte Proben gestellt.
Selbst wenn die Welpen vor
ihrer ?Entsorgung� lange genug bei
ihrer Mutter haben bleiben dürfen,
um nunmehr ohne sie auskommen zu
können, wären sie doch ohne
Impfschutz in einem Tierheim, mit
vielen Hunden und damit unweigerlich
vielen Keimen, grossen Gefahren
ausgesetzt. Auf Kreta grassieren
Infektionskrankheiten wie Parvo,
gegen die vor allem Welpen ungeimpft
kaum eine Chance haben.
So sind wir angewiesen auf die
Mithilfe hier lebender Tierfreunde,
die bereit sind, solchen Würmern
während der Zeit, bis ein Impfschutz
aufgebaut worden ist, in geschütztem
Umfeld eine ordentliche Portion Zeit
(und Geduld.. : ) zu schenken. Oft
haben wir Glück, was die vielen,
vielen eines Tages gesund und
fröhlich in eine Adoptionsfamilie
gereisten Hunde beweisen.
Aber immer wieder einmal sind
auch wir überfordert - wenn einfach
alle Plegestellen (über)belegt sind.
Mein Kollege Mike Albring hat einmal
vor lauter Verzweiflung eine
eingezäunte Ruine inmitten eines
Olivenhaines ?besetzt�?
Noch grösser allerdings ist
das Problem, wenn die Welpen gleich
nach der Geburt von der Mutter
getrennt und ausgesetzt worden sind.
Die Natur hat es vorgesehen,
dass Neugeborene, für die Zeit, bis
sie selbst die ersten Abwehrstoffe
gebildet haben, von der Mutter eine
konzentrierte Dosis Antikörper
bekommen: verpackt in der ersten,
sogenannten Biest-Milch (auch:
Kollostral-Milch = das ist die
allererste Milch, die die Welpen von
der Hündin bekommen.). Haben sie
nicht einmal die aufnehmen können,
können sie sich gegen die diversen
Keime, die in der Aussenwelt
unweigerlich auf sie einstürmen,
nicht wehren.
D.h., selbst wenn es jemand
schafft, den
Fulltime(-Rund-um-die-Uhr!)Job einer
Hundemutter annähernd adäquat zu
erledigen, ist doch die
Wahrscheinlichkeit, dass sie die
erstbeste Infektion nicht überleben,
sehr hoch.
Genau diese Gedanken gehen mir
durch den Kopf, als am letzten
Montag ein Anruf von Stefan kommt,
der den Kontakt zu den Touristen in
Anissaras herstellt, die vermelden,
7 Welpen mit Nabelschnur gefunden zu
haben. An einem habe noch die
Plazenta gehangen, aus der flüssiges
Blut geflossen sein soll. Diese
Beschreibung lässt darauf schliessen,
dass die Kleinen nur wenige Stunden
zuvor geboren worden sein dürften.
Meine Vorgänger hier haben,
wenn die Welpen zumindest einige
Tage alt waren, immer wieder mal
versucht, sie aufzuziehen; oft haben
dann von einem Wurf doch nur einer
oder zwei überlebt.
Ab und zu jedoch gelingt es
einmal, eine Amme zu finden:
d.h.eine Hündin, die schon Welpen
und daher produktive Milchdrüsen
hat, und die auch bereit ist, fremde
Welpen zu säugen. In dieser Hoffnung
nehmen wir die Welpen einmal mit.
Die folgenden zwei Tage zehren
an den Nerven: Die sieben Würmer
haben Hunger � ständig!

Mit der Flasche tun sie sich
aber nicht so leicht, sodass
eigentlich, wenn man es geschafft
hat, den letzten so halbwegs
zufrieden zu stellen, der erste
schon wieder bereit ist für die
nächste Runde.


Es gibt wohl in der Umgebung
eine Hündin, deren Welpen schon vier
Wochen alt sind. Sie fressen schon
mit Begeisterung Dosenfutter, können
ihre Mutter also ganz gut entbehren.
So entführen wir sie
(natürlich nicht ohne die Junioren
auch gut unterzubringen), und
schlagen ihr unser Septett vor. Auch
wenn sie sie erst einmal saugen
lässt, scheinen unsere Würmer mit
dem grossen Hunger aber nicht so
richtig angetan � sie hat wohl nicht
mehr so viel Milch wie erwünscht.
Auch die Mama hat eigentlich gar
nicht mehr soo viel Lust auf
Baby-Stube, und am nächsten Tag
müssen wir den Versuch für
gescheitert erklären.
Da kommt, von Regina Schmidt,
die von Deutschland aus ganz Kreta
abtelefoniert zu haben scheint, der
rettende Anruf: Bei anderen
Tierschützern gäbe es eine Hündin,
deren Welpen gerade eingeschläfert
worden seien. Wir eruieren, und es
bestätigt sich: Wir dürfen sie holen
kommen. Diese Hündin tut uns dann,
nach kurzem Zögern, tatsächlich den
ersehnten Gefallen: Nicht nur lässt
sie unseren Wurf an ihre
Milchquelle; diese Quelle scheint
auch zu sprudeln, und als dann alle
satt sind, fängt sie sogar an, sie
abzuschlecken - Geste, die junge
Welpen brauchen, um Harn und Kot
abzusetzen.




Am folgenden Tag bekomme ich dennoch
etwas Sorgen: Während sie ihren
Mutter-Job hingebungsvoll erledigt,
hechelt sie doch mehr, als die Hitze
allein rechtfertigt, und etwas
Scheidenausfluss hat sie auch:
Gebärmutterentzündung. Zum Glück
schlägt die Behandlung gleich an.
Und so sind es jetzt schon
einige Tage, dass die Welpen die
Fürsorge ihrer Pflegemama geniessen
dürfen, und auch wenn es noch zwei
Nachzügler gibt, die das
Kampfgewicht ihrer Geschwister erst
noch erreichen wollen, sind doch die
Chancen für den Anissaras-Wurf
mittlerweile so gut, dass wir die
ersten Photos, als kleines Abbild
der originellsten Posen, die wir
hier erleben dürfen, nun einmal der
Öffentlichkeit zugängig machen
wollen! "



September 2006, Julia Ricken &
Stefan Grothus

Update vom 15.
Oktober 2006
"Ein Engel namens Angie
Auch wenn die Gerüchte nicht
auszulöschen sind, sie habe diesen
Namen ihrer Rothaarigkeit zu
verdanken sowie ihrer (Wahl-)Mutterschaft
über ein nettes kleines Völkchen..
so bleibt doch festzustellen, dass
er vor allem auf ihren
?angle�-haften Auftritt für unseren
mutterlosen Anisseras-Wurf passt!
Der Job, den sie da übernommen
hatte, war wahrhaftig kein leichter.
Hatten die 7 kleinen Monster doch
noch viele Tage lang fast stündlich
Hunger.
Was sie auch lautstark
bekundeten, wenn Angie gerade einmal
andere Prioritäten haben zu können
glaubte! Es dauerte nach ihrer
Ankunft tatsächlich noch knapp zwei
Wochen, bis sich schliesslich 14
Knopf-Augen öffneten, die nun bei
der Suche nach der nächsten freien
Zitze helfen konnten.


Die Tatsache, dass erst nach
drei Wochen die ersten Zähne
durchzublitzen begannen, bestätigte
endgültig: Diese Würmer waren
tatsächlich am Tag ihrer Geburt
entsorgt - und zum Glück auch
sogleich wieder entdeckt! - worden.
Und dann war auch ab und zu zu
beobachten, wie Angie von ihrem
Futter etwas in den Welpen-Korb
mitnahm, und das � stets - hungrige
Volk .. daran auch gemächlich zu
knabbern begann. Also war der
Speiseplan in Änderung begriffen!
Demnach setzten auch wir den
Kleinen jetzt immer wieder
Hunde-Nahrung vor, und tatsächlich
begann der Appetit auf anderes als
Angie-Milch nun stetig zu wachsen.
Was nicht heisst, dass sie nicht bis
heute vor Verzückung quieetschen und
gleich noch mal, mittlerweile aus
dem Stand!, ?andocken�, wenn Angie
bei ihnen auftaucht.


Die ihrerseits langsam endlich
auch wieder mal Kontakt mit
Gleichaltrigen pflegen kann : ) -
Es ist also abzusehen, dass sie bald
auch ohne Angie auskommen werden.
Selbst die Auflösung der
lustigen Spielgruppe, der
zuzuschauen ein schwer
unterhaltsames Programm bietet,
zeichnet sich langsam am Horizont
ab? denn auch wenn sie sicherlich
keine sehr grossen Hunde zu werden
beabsichtigen, haben sie doch sicher
schon im Einer- oder Zweierpack das
Potential, eine ganze
Adoptiv-Familie zu beschäftigen.


Sie werden nun jedenfalls langsam
vorbereitet auf ihre Reise nach
Deutschland.
Wo, mit etwas Glück, schon der ein
oder andere, liebevolle, zukünftige
Hundebesitzer einen Blick auf die
Wollknäuel geworfen hat?!...
Noch brauch es ein paar
Wochen, bis sie mit Hilfe der nun
anstehenden Impfungen ein so starkes
Immunsystem haben werden, dass sie
sowohl die Reise, als auch die
Anpassung an eine neue Umgebung
unbeschadet überstehen können.
Gerade weil wir ja nicht
wissen, wie viele Abwehrstoffe sie
von ihrer Mutter erhalten haben; und
weil sie auch ein bisschen was
durchgemacht haben, bis sie
schliesslich in einer geschützten
Umgebung haben heranwachsen dürfen,
ist � trotz der bisher wunderbaren
Entwicklung zu sieben Wonneproppen �
noch nicht sicher, wie gut sie sich
in anderer, mit zahlreichen Keimen
bestückter, Umgebung verteidigen
könnten.
Daher wäre es in diesem Fall
sicherlich ein grosser Vorteil, wenn
sie nicht den Umweg über ein
Tierheim machen müssten, um
adoptiert zu werden.
Anfang November wird es wohl
werden, bis sie reisefertig sind. In
der Hoffnung, dann also tatsächlich
den kompletten Anisseras-Wurf
losschicken zu können, übergeben wir
damit die Chance, die Geschichte zu
einem wirklichen Happy-End zu
bringen: Die, nach der ersten durch
Engel Angie, zweite und endgültige
Adoption dieser Welpen!
Möge jeder einzelne von ihnen
genau die Liebe und Zuwendung bis
ans Lebensende geschenkt bekommen,
die Angie - direkt nach der Trennung
von ihren eigenen Welpen! - für sie
aufgebracht hat!!!"
Welpenkontakt:mailto:info@archenoah-kreta.com

Infotelefon: 05482
926692
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